Normalerweise bezeichnet das Wort Impala eine afrikanische Antilopenart, die in den Savannen von Kenia bis Südafrika lebt. Doch seit einigen Jahren hat sich dieser Begriff auch in der Musikindustrie verbreitet. Hier steht Impala für die Vereinigung der unabhängigen Musikunternehmen und Plattenlabels (Independent Musicproducers And Labels), die sich zu einem weitverzweigten Netzwerk zusammengeschlossen haben. Sie wurde im Jahre 2000 von bekannten Independent Labels gegründet und zählt seitdem eine stetig wachsende Mitgliederzahl, die momentan bei über 4000 Mitgliedern liegt. Diese Mitglieder sind als Non-Profit Organisation organisiert und fungieren als Gegengewicht zu den Majors wie Sony oder Universal, und dieses Gewicht ist als einflussreiches Netzwerk unabhängiger Musikunternehmer groß.

Die Mission

IMPALA hat sich vorgenommen, den Independent-Music Bereich stetig wachsen zu lassen und dabei zu unterstützen. Denn durch diverse Zusammenschlüsse der großen Majors und deren angeschlossenen Verlage und Labels, ist der Einstieg in den Markt ungleich schwieriger geworden. Diese Konzentration auf wenige Großfirmen birgt nämlich große Nachteile für die verbliebenen kleinen und unabhängigen Musikunternehmen. Denn sie reduziert die kommerziellen Möglichkeiten und Wege Musik produzieren und in Umlauf zu bringen. Eine echte musikalische Vielfalt, egal in welchem Musikstil, ist somit schwer zu verwirklichen. Und hier ist nicht nur der wirtschaftliche Aspekt wichtig, sondern auch der politische. Beide sind für kleinere Firmen oft ein unüberwindbares Hindernis, da sie auf der einen Seite schwer Gelder generieren können und auf der anderen Seite keinen oder nur geringen politischen Einfluss geltend machen können. Wer einmal ansatzweise die Urheberrechtsdebatte und Problematik der Verwertungsgesellschaften mit verfolgt  hat, weiß was das bedeutet.

Genau hier setzt die IMPALA als Organisation an. Sie korrigiert dieses mittlerweile starke Ungleichgewicht und ist ein starker Repräsentant der Independents geworden, bringt sich in politische Entscheidungen mit ein, erarbeitet neue kreative Ideen für die Indies und deren Künstler. Impala vereinigt all die Unabhängigen  zu einer großen, starken Stimme, die ernstgenommen wird. Eine Stimme, die für kulturelle und musikalische Vielfalt steht, eine Stimme die gegen Kartellbildung arbeitet.

 

Die Non-Profit Organisation zählt mehr als 4000 Mitglieder und engagiert sich nachhaltig für kulturelle und musikalische Vielfalt in Europa.

 

Was macht Impala?

Unter ihrem derzeitigen Präsidenten Patrick Zelnick,  Michel Lambot und Horst Weidenmüller engagiert sich IMPALA auf verschiedene Art und Weise. Es gibt beispielsweise den Impala Award, der Künstler auszeichnet und ihnen so Aufmerksamkeit schenkt, bevor Millionen Tonträger verkauft wurden. Desweiteren unterstützt die Organisation Merlin, als erste weltweit agierende Online-Lizensierungs-Agentur, die es unabhängigen Musikunternehmen und Künstlern seit 2007 ermöglicht, digital zu veröffentlichen und Einnahmen zu generieren. Sehr wichtig ist aber auch das Engagement im wirtschaftlichen Bereich. IMPALA setzt sich für Bürgschaften, Steuergutschriften oder eine reduzierte Mehrwertsteuer für Musik ein. Hierbei bringt sich die Organisation in der EU-Kommission nachhaltig mit ein. Außerdem arbeitet Impala auch für eine Gleichbehandlung der Musik- und Filmindustrie, durch die Musikprojekte ähnlich wie Filmprojekte finanziell unterstützt werden sollen.

Zum Beginn des Jahres 2013 hat dei Vereinigung erreicht, dass neue Kreditvolumen in Höhe von insgesamt 1 Milliarde Euro für unabhängige Musikunternehmen und kleinste Firmen im Kulturbereich in der EU Kommission besprochen und verhandelt wurden. Sie sollen zum 1. Januar 2014 wirksam sein. Damit würden die Unabhängigen in Musik und Kultur ein Instrument erhalten, um in Zukunft weiter zu wachsen und konkurrenzfähig zu sein. Auch im Jahr 2006 hat es eine erfolgreiche Einlassung in der EU Kommission gegeben, als gegen die Fusion von Sony und BMG geklagt wurde. IMPALA konnte so zunächst die Fusion der beiden Majors verhindern. Ebenso gab es starke Proteste gegen die geplante Fusion von Warner Music und EMI Music. Diese wurden schließlich zurückgenommen, als Warner zusagte, Independent-Labels mehr Marktanteile zu sichern und das Digitalvertriebs-Projekt Merlin mitfinanzierte. Auf den Gesamtumsatz der Musikindustrie bezogen vertritt IMPALA Musikunternehmen, die knapp 30%  des Weltumsatzes mit Musikprodukten ausmachen.

Aufbau

Heute sitzt IMPALA in Brüssel und hat ein ständig wechselndes Führungspersonal. Heute sind Patrick Zelnick vom französischen Label Naïve, Michel Lambot von der belgischen PIAS Entertainment Group und Horst Weidenmüller vom deutschen Label !K7 gemeinsam in der Präsidentschaft tätig. Als CEO ist momentan die Britin Helen Smith eingesetzt. Unter dem Dach von der Organisation  betreuen sie u.a. folgende Labels aus Europa:

  • Cosmos Music Group (Schweden)
  • CLS Music (Ungarn)
  • CNR (Niederlande)
  • Cooking Vinyl (Großbritannien)
  • Edel (Deutschland)
  • Epitaph (USA/Niederlande)
  • Everlasting (Spanien)
  • Gazell (Schweden)
  • Kobalt (Schweden)
  • Menart (Kroatien)

Außerdem sind auch Unternehmen wie die Musikvertrieb AG (Schweiz) oder nationale Dachverbände wie der Verband unabhängiger Musikunternehmen e.V. aus Deutschland Mitglieder. Bedenkt man, dass 80% der Jobs in der europäischen Musikindustrie von so genannten SMEs  generiert werden, so ist die Wichtigkeit von IMPALA kaum zu ermessen. SME steht für „Small and medium-sized enterprises“, also kleinere und mittlere Unternehmen. Kulturelle und musikalische Vielfalt ist somit nicht nur ein gesellschaftlich relevantes Thema, sondern auch ein wirtschaftliches, dessen Bedeutung nicht stark genug betont werden kann.

 

Das einflussreiche Netzwerk unabhängiger Musikunternehmer vertritt mit 80% einen Großteil der Jobs in der europäischen Musikindustrie.

 

Zusammenfassung

IMPALA ist ein als Non-Profit Organisation gebildetes Netzwerk unabhängiger Musikunternehmer, die eine Vielzahl der unabhängigen Musikunternehmen in Europa vertritt. Sie setzt sich ein für kulturelle Vielfalt und Musik der Independents. Über 4000 Mitglieder aus der Musikbrache sind in ihr organisiert.