Inhalt:
- Konzertfilm Black Brothers and The Bad Bones
- Bob’s Country Bunker
- We’re so happy
- Die Band. Die Band!
- Jochen Contzen wird geehrt
- Fazit
Konzertfilm Black Brothers and The Bad Bones
„Es sind 106 Meilen bis Chicago. Wir haben einen vollen Tank, eine halbe Packung Zigaretten, es ist dunkel und wir tragen Sonnenbrillen.“ Mit diesem Zitat von Elwood Blues begrüßte mich stilecht am Montagabend einer der deutschen Elwood Blues-Darsteller und Sänger, Frank Henkes. Wir waren verabredet, um einen Konzertfilm zu sehen. Nein, nicht solch einen, wie sie jetzt denken könnten, der über Superstars wie Robbie Williams oder Taylor Swift erzählt. Nein, es sollte eine einmalige Filmvorführung sein, in der es nur um Musik geht. Und diese fand auch nicht in Chicago statt, sondern im niederrheinischen Willich. Und der Mann um den es in dem Film ging, war eigentlich doch ein Superstar, zumindest in Willich: Der Sänger und Blues Brother Jochen Contzen alias Big Fat Jakie Baby. Mit dem Live- Mitschnitt eines Konzertes aus dem Jahr 2009 wollte man ihn und die Band ehren.
Über viele Jahre gehörten die Konzerte von Black Brothers and The Bad Bones nicht nur in NRW zu den Highlights im Veranstaltungskalender. Neben der Blues Brothers Revival Band stand die Band mit Big Fat Jakie Baby für erstklassigen Soul und Blues. Eigentlich konnte man eine der beiden Bands fast in ganz Deutschland regelmäßig live sehen. Nun sollte erstmals der damals gedrehte Live-Mitschnitt gezeigt werden. Doch warum gerade in Willich?
Bob’s Country Bunker
„Welche Art von Musik haben Sie normalerweise hier in Bob’s Country Bunker?“ Dieses Jake Blues-Filmzitat ging mir bei dieser Frage während unserer Anfahrt, die nicht 106 Meilen, sondern lediglich 6 Meilen lang war, durch den Kopf. Unser Chicago war schließlich Willich. Elwood klärte mich auf, als könne er meine Gedanken lesen:
„Black Brothers and The Bad Bones haben im Kaisersaal in Willich alljährlich Anfang November vor ausverkauftem Haus gespielt. Doch anders als in Bob‘s Country Bunker im Blues Brothers-Film waren die Leute hier immer begeistert. Dieses Konzert war im Laufe der Jahre zu einer kulturellen Institution in der Region und darüber hinaus geworden.“
Wie ich später in Contzens persönlich gehaltenen Begrüßungsrede erfuhr, kamen Gäste teilweise aus Australien, die ihren Urlaub um den Konzerttermin herum geplant hatten. Terminlich wurde also alles an dem Konzert ausgerichtet, nicht nur in Willich und Umgebung, auch im fernen Australien.
So war es eigentlich zwingend dieses regelmäßig stattfindende Konzertereignis einmal filmisch festzuhalten. Dies geschah 2009. Der Saal war zum Bersten gefüllt, die Stimmung phänomenal und alles war angerichtet für ein weiteres Kaisersaalkonzert. Es sollte ein wirklich denkwürdiger Abend werden. Bob und sein Country Bunker mit der recht lebhaften Stimmung (echte Blues Brother-Fans wissen, was gemeint ist) würden vor Neid erblassen!
We’re so happy
„We’re so happy to see so many of you lovely people here tonight“ begrüßen die Original-Blues Brothers in dem Film das Publikum und reißen so nach wenigen Minuten das Publikum mit. In dem Konzertfilm Black Brothers and The Bad Bones ist es nicht anders. Der Kaisersaal wie auch die Band sind vom ersten Ton an voll auf Betriebstemperatur.
I will follow him aus dem Film Sister Act mit den hinreißenden Schwestern als Nonnenchor auf der Bühne überzeugt als sehenswerter Opener das Filmkonzert und damit eine Reise durch die Klassiker der Soul- und Blues-Musik, die es in sich hat, wie Gimme me some Lovin, Soulman, I feel good oder Sweet Home Chicago – um nur einige zu nennen.
Die beiden Blues Brothers Jochen Contzen als Jake und Bernhard Hahlen als Elwood geben an diesem Abend alles. Kein Requisit aus dem Film fehlte, weder die Handschellen, noch die Peitsche oder die berühmten schwarzen Anzüge mit Hut und Sonnenbrille. Alles ist da.
Black Brothers and The Bad Bones verabschieden sich nach dem Konzert von ihrem Publikum im Kaisersaal in Willich 2009.
Die Band. Die Band!
„Die Band. Die Band!“ sagt Jake im Film als ihm im wahrsten Sinne ein Licht aufgeht und er eine Epiphanie hat. Und was ist mit der Band in unserem Film? Um es vorweg zu nehmen, sie ist phantastisch! Glänzend aufgelegt interpretiert sie jeden Song authentisch und mit viel Soul.
Wie ein Uhrwerk rollt die Rhythmsection mit Michael Hahn am Schlagzeug und Wolfgang Diekmann am Bass, harmonisch unterstützt von Georg Mahl am Keyboard und den beiden Gitarristen Ralf Gürtzgen und Dennis Hormes. Sie legen alle zusammen ein echtes Brett, auf dem sich die Blues Brothers mit dem wunderbaren Background Chor bestehend aus Debbie Hüskamp, Debbie Sies und Yvonne mit Gast-Star Valerie Scott austoben können.
Doch was wären die Blues Brothers ohne echte Bläser? The Bad Bones Horns sind denn auch das musikalische Sahnehäubchen in dem Film. Mit perfektem Timing, einem satten Sound und ausgiebigen Solis spielen Thorsten Heinzmann, Olaf Krüger, Klaus Dapper und Klaus Bernatzki den Saal in Grund und Boden.
Die echten Blues Brothers alias John Belushi und Dan Aykroyd hätten sicher jedes einzelne der 10 Gebote vor Sister Stigmata gebrochen, um mit dieser Band vom Niederrhein zu spielen.
Jochen Contzen wird geehrt
So bietet der Film dem Zuschauer mit einer Spieldauer von 148 Minuten kurzweilige Unterhaltung. Die Erfahrung ist wie ein echtes Life-Konzert. Für mich als Musiker war es erstaunlich zu sehen, wie die Band keinen spürbaren Energieabfall während der Show hatte. Sie spielte immer auf höchstem Niveau, musikalisch und klanglich. Man erwartet das bei einem Film aus der Kategorie „Superstar“, in der ein riesiges Produktionsteam und ein noch größeres Budget hinter dem Werk stehen. Doch kann auch eine kleinere Produktion ohne viel Aufwand und ohne entsprechendes Budget einen solchen Film auf die Beine stellen?
Antwort: Eindeutig Ja! Zu keinem Zeitpunkt habe ich irgendetwas vermisst. Die Black Brothers and The Bad Bones können es mit diesem Konzertfilm mit internationalen Produktionen aufnehmen, musikalisch, wie auch vom Schnitt. Es muss nicht immer die Royal Albert Hall sein, sondern manchmal der Kaisersaal!
Nach Ende des Konzertfilms Black Brothers and The Bad Bones kamen die anwesenden Mitglieder der Filmband auf die Bühne und versammelten sich um Jochen Contzen. Aus gesundheitlichen Gründen musste er vor knapp einem Jahr seine Rolle als Big Fat Jakie Baby aufgeben. Weswegen auch jetzt endlich Zeit da war, den Film fertig zu schneiden und sich zu entscheiden, ihn öffentlich zu präsentieren. Niemand hatte die Aufnahmen bis dato gesehen. Es war ein schönes Bild zu sehen, wie die Musiker der Band noch einmal zusammenkamen.
Bei diesem harmonischen Bild fiel mir Elwood Blues‘ Ansage im Blues Brothers-Film in dem Song Everybody ein: „Remember, people, that no matter who you are and what you do to live, thrive and survive, there’re still some things that makes us all the same. You. Me. Them. Everybody. Everybody needs someone to love.“
Fazit
Der Konzertfilm Black Brothers and The Bad Bones ist ein beeindruckendes Werk, das es in dieser Art nicht oft gibt. Denn den Kaisersaal in Willich gibt es nicht mehr als Eventlocation. Der Konzertfilm ist somit schon beinahe als historisches Zeitdokument einzuordnen, das wahre Live-Musik lebendig werden lässt – voller Energie, Humor und musikalischer Finesse.
Produktionsdetails:
- Produktionsland: Deutschland
- Sprache: Deutsch, Englisch
- Genre: Musikfilm
- Länge: 148 Minuten
- Recorded & Mixed: Carsten Schmidt, Ezy Sound
- Live Sound: Jocxhen Pelser, Jan Löwenhaupt
- Filmproduktion: Wengeler Media
Die Musiker der Band:
- Ralf Gürtzgen, Dennis Hormes: Guitars
- Jochen Contzen, Bernhard Hahlen: Vocals
- Debbie Hülskamp, Debbie Sies, Yvonne: Backing Vocals
- Valerie Scott: Vocals
- Michael Hahn: Drums
- Wolfgang Diekmann: Bass
- Georg Mahr: Keyboard
- Thorsten Heitzmann: Trombone
- Olaf Krüger: Trumpet
- Klaus Dapper: Tenor-Sax
- Klaus Bednatzki: Bariton-Sax
Beitragsbild: Christian Jahl
Beitragsfoto: Bildzitat nach § 51 UrhG, Quelle: ©J. Contzen
Foto Band: ©J. Contzen
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FAQ zu den BLUES BROTHERS
Wer sind die Blues Brothers eigentlich?
Die Blues Brothers sind ein legendäres Musik- und Comedy-Duo, bestehend aus Dan Aykroyd (Elwood Blues) und John Belushi (Jake Blues). Ursprünglich traten sie 1978 in der US-Show Saturday Night Live auf – eigentlich als Spaßnummer. Doch ihr Mix aus Soul, Rhythm & Blues und Humor wurde so beliebt, dass daraus eine echte Band und schließlich Kultfilme entstanden.
Wann entstand der Kultfilm „The Blues Brothers“?
Der erste Blues Brothers-Film erschien 1980 unter der Regie von John Landis. Er zeigt, wie Jake und Elwood versuchen, ihr altes Waisenhaus zu retten – natürlich auf ihre ganz eigene, chaotische Weise. Der Film gilt heute als einer der größten Musikfilme aller Zeiten und brachte Klassiker wie Everybody Needs Somebody to Love oder Soul Man weltweit in die Charts.
Gab es wirklich eine Blues Brothers Band?
Ja! Die Band war keine Filmkulisse, sondern bestand aus echten Musikern – viele davon waren bekannte Session-Profis, die zuvor mit Größen wie Aretha Franklin, Ray Charles oder James Brown spielten. Die Musik war also alles andere als Comedy – sie war echtes, handgemachtes Soul- und Blues-Feuerwerk.
Was macht die Musik der Blues Brothers so besonders?
Weil sie einfach Spaß machen! Ihre Musik ist zeitlos, ihre Energie ansteckend, und der Humor trifft bis heute den Nerv der Zuschauer. Außerdem lebt der Kult durch unzählige Tribute-Bands weltweit weiter – von kleinen Clubs bis hin zu großen Festivalbühnen.
Gab es eine Fortsetzung des Films?
Ja, 1998 erschien Blues Brothers 2000. Dan Aykroyd kehrte als Elwood zurück, während John Goodman die Rolle des neuen Bandmitglieds Mack „The Tank“ McTeer übernahm. Der Film kam bei Kritikern gemischt an, doch die Musik begeisterte Fans – wieder mit Größen wie B.B. King, Eric Clapton und Aretha Franklin.
Gibt es in Deutschland Blues Brothers Tribute Bands?
Definitiv! In Deutschland gibt es eine lebendige Blues-Brothers-Szene – von kleinen Coverbands bis hin zu professionellen Showproduktionen. Besonders in NRW haben Gruppen wie Black Brothers and The Bad Bones das Erbe der Originale mit Leidenschaft und Humor weitergeführt.
